40 Jahre

 1976

2016

Kunstverein
Oerlinghausen e.V.

»Malen ist eine andere Form des Denkens«. Gerhard Richter

Archiv

Kunstverein Oerlinghausen - Eine Bürgerinitiative für die Kunst

 

Vier Jahrzehnte Kunstverein Oerlinghausen- das ist, nimmt man die Gründung der ersten Kunstvereine im 19. Jahrhundert zum Vergleich, kein Aufsehen erregendes Ereignis. Nach außen hin.

Nach innen ist die Zeitspanne ausgefüllt mit vielen guten, zum Teil herausragenden Gelegenheiten der Begegnung mit Kunst, mit Künstlerinnen und Künstlern. Diese Bürgerinitiative für die Vermittlung von Kunst hat in der Bergstadt und weit darüber hinaus Spuren hinterlassen und ganz entschieden das kulturelle Leben geprägt.

Seit sich 1976 junge Oerlinghauser Bürger zusammenschlossen, haben mehr als 200 Ausstellungen interessierten Mitbürgern die Auseinandersetzung mit und die Freude an zeitgenössischer Kunst ermöglicht.

Diese konsequente und von allen Mitgliedern ehrenamtlich geleistete Arbeit wird auch von den Künstlern geschätzt und hat dazu beigetragen, den Kunstverein Oerlinghausen über die Grenzen der Region hinaus bekannt zu machen.

 

Das Haus

 

Nachdem in den ersten drei Jahren die Aula des Gymnasiums Ausstellungsraum war, wurde 1979 die erste Ausstellung in der ehemaligen Synagoge Oerlinghausens eröffnet.

Die Geschichte dieses jüdischen Bet- und Versammlungshauses ist auch deutsche Geschichte. Die Mitglieder des Kunstvereins sind sich dieser historischen Verknüpfung bewußt.

Dank ihrer Initiative konnte das Haus gerettet werden. Die Pflege und Erhaltung des 1985 renovierten Gebäudes ist die eine Aufgabe, eine andere, die Erinnerung an die unrühmliche deutsche Vergangenheit wachzuhalten, um jede Wiederholung zu verhindern.

Immer wieder haben Künstlerinnen und Künstler mit ihren Arbeiten dem Raum "geantwortet", haben direkt für die Synagoge Bilder, Plastiken und Installationen entworfen, die Architektur und Inhalt zum Thema hatten.

Darunter sind Felix Droese, Günther Uecker und Gerd Winner zu nennen, Künstler von internationalem Rang, aber auch namhafte Künstler, die in der Region heimisch geworden sind, wie Peter Sommer und Fred Schierenbeck und Marek Radke, gehören in die Reihe derer, die sich vom Ausstellungsraum Synagoge in überzeugender Weise inspirieren ließen. Sie stellten sich einer Aufgabe, die wohl auch in den nächsten Jahrzehnten einer der Schwerpunkte in der Ausstellungstätigkeit des Kunstvereins sein wird.

 

Das Programm

 

Fünf Ausstellungen pro Jahr ermöglichen Künstlerische Leitung und Vorstand in ehrenamtlicher Tätigkeit ihren Mitgliedern und allen kunstinteressierten Bürgern.

Ziel aller Unternehmungen ist es, gerade in einer lauten und oberflächlichen Welt Wege zu zeigen, Augen zu öffnen und Sensibilität zu wecken. Neben arrivierten Malern und Bildhauern werden immer wieder junge Künstler aufgefordert, ihre Arbeiten in der Öffentlichkeit vorzustellen.

Kunst in der Diskussion ist eine Schule für Toleranz. Lesungen, musikalische Veranstaltungen und Themenabende erweitern das anspruchsvolle Angebot des Kunstvereins.

 

Kunstpreis des Kunstvereins Oerlinghausen 2016

VERGABE DES KUNSTPREISES DES KUNSTVEREINS OERLINGHAUSEN 2016:

"SIEBEN KÜNSTLER, SIEBEN TAGE - ENTDECKUNG EINER STADT"

 

Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Wettbewerbs:

Nanja Gemmer // Lena Buhrmann und Nancy Hammermeister // Sabine Janz // Maria Wende // Daniel Chluba // Esra Oezen

 

Der Kunstpreis des Kunstvereins Oerlinghausen 2016 wurde Daniel Chluba für seine Arbeit "Der gute Zentaur mit dem Bart

von Oerlinghausen“ zugesprochen.

 

Projektdurchführung: 23.05.- 29.05. 2016
Ausstellung in der Synagoge: 29.05. - 10.07. 2016

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die eingeladenen Künstlerinnen und Künstler sollten im Stadtraum Oerlinghausens ein künstlerisches Projekt gestalten
und sich in der Synagoge mit einer weiteren Arbeit vorstellen. Dabei sollten sie sich auf einen selbst gewählten Ort einlassen
und diesen durch ihre künstlerische Intervention verändern, um den Betrachtern eine neue Wahrnehmung des Ortes zu ermöglichen. Die dabei verwendeten Mittel blieben der Wahl der Künstlerinnen und Künstler überlassen.

 

Mitglieder der Jury für die Festlegung des mit 1000,00 EURO dotierten Preises:
Roland Nachtigäller (Museum MARTa, Herford), Thomas Thiel (Bielefelder Kunstverein), Jochen Stenschke (Freie Bildende Kunst an der HfKiS, Ottersberg), Gisela Burkamp (Kunstverein Oerlinghausen) und Fred Schierenbeck (Kunstverein Oerlinghausen).

 

Der Kunstpreis des Kunstvereins Oerlinghausen 2016 wurde Daniel Chluba für seine Arbeit "Der gute Zentaur mit dem Bart

von Oerlinghausen“ zugesprochen.

 

Wir danken den beteiligten Künstlerinnen und dem Künstler herzlich für die engagierte Arbeit in den jeweiligen Projekten

und wünschen allen für die Zukunft viel Erfolg und frohes Schaffen.

Projektdurchführung: 23.05.- 29.05. 2016
Ausstellung in der Synagoge: 29.05. - 10.07. 2016

 

gefördert durch:

Landesverband Lippe / Lippische Kulturagentur
Land NRW
Sparkasse Lemgo
Stadtwerke Oerlinghausen
Staff Stiftung
Viessmann Werke GmbH u. Co.KG

 

Wiesław SmętekMalerei und Illustration  10. April – 22. Mai 2016

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein gutes Magazin versucht mit einem guten Titel die Aufmerksamkeit des Lesers zu gewinnen.

Bei der Wochenzeitung DIE ZEIT z.B. legt nicht selten Wieslaw Smetek irritierende Augenfallen aus mit Illustrationen,

die mit verschiedenen Ebenen der Realität spielen, um die eine, die politisch oder gesellschaftlich aktuelle Situation

auf einen eigens geschaffenen, provokant doppelbödigen Bildnenner zu bringen.

In Bildern denken und Bilder schaffen ist das Metier Smeteks. Er ist als Maler so eigenwillig wie als Illustrator, und um beide Facetten geht es in der auf Synagoge und Bürgerhaus verteilten Bildwelt dieses Künstlers, der 1955 in Polen geboren wurde

und seit 1990 in Norddeutschland lebt und arbeitet.

Kennt man auch viele seiner mehr als 600 Titel und über 2000 Illustrationen, ist das malerische Œuvre weniger

in der Öffentlichkeit präsent. Verbindendes und Trennendes aufzuspüren gehört zu den spannenden Aspekten dieser Werkschau.

 

mehr: http://www.smetek.de/

 

Käthe LoewenthalLandschaften - 24. Januar – 6. März 2016

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein lapidarer Titel für die kleine, kostbare Auswahl eines malerischen Werks, das zu einem großen Teil in der Nazizeit vernichtet wurde. Käthe Loewenthal, vom Werk Ferdinand Hodlers geprägt, fand früh einen eigenen Ausdrucksweg zwischen den großen Strömungen ihrer Zeit.Impressionismus und Expressionismus waren – sehr verkürzt – die beiden Pole, zwischen denen sie gültige Lösungen formulierte, eigenwillig in der Reduktion auf emotionale Skizzenhaftigkeit und stark in der farbigen Akzentuierung.

Käthe Loewenthal wurde 1877 in Berlin in eine nicht religiös gebundene jüdische Familie geboren, lebte zeitweilig als junges Mädchen bei einer protestantischen Pfarrersfamilie in Bern und ließ sich dort taufen. Auf Reisen lernte sie, oft in Begleitung ihrer Schwester und Malerin Susanne Ritscher, die Berner Alpenregion und die Ostseelandschaft um Rügen kennen, die sie zum Malen anregten. Viele Jahre wirkte sie in Stuttgart, erhielt 1933 Malverbot, wurde 1942 deportiert und im Vernichtungslager Izbica (Polen) ermordet. Eine weitere Schwester, Hedwig Loewenthal, lebte ab 1912 in Oerlinghausen/Lipperreihe, wo auch ab 1920 ihre Mutter wohnte, die neun Jahre später im Oerlinghauser Mariannen-stift starb. Hedwig Loewenthal wurde 1941 nach Riga deportiert.

 

 

Achim Zeman - FLY HIGH - 25. October - 06. Dezember 2015

 

 

 »In jedem Augenblick sind wir unendlich vielen Einflüssen ausgesetzt, und in jedem Augenblick löst dies Reaktionen in uns aus, deren Komplexität wir nicht nur sprachlich kaum differenzieren können. Nur scheinbar bleiben wir von unserer Umgebung unberührt, tatsächlich sind wir unaufhörlich dabei, Impulse aufzunehmen, zu verarbeiten und weiterzugeben. Wir lassen etwas wirken, öffnen uns, genießen; wir stoßen etwas ab, verschließen uns, leiden.

In der Geschichte unseres Denkens hat sich der Begriff der Atmosphäre als Bild für diese qualitative Raumerfahrung etabliert.

Die Kunst von Achim Zeman fragt nach deren konkreten Bedingungen. Was prägt die spezifische Atmosphäre eines Raums

und worüber vermittelt sie sich? Wie lassen sich Prozesse der Ausstrahlung und Aneignung sichtbar machen?« (Karin Wendt)

Die für den Kunstverein Oerlinghausen konzipierte Installation »FLY HIGH« macht das Tonnengewölbe der ehemaligen Synagoge zum Ausgangspunkt einer körperlichen Raumerfahrung, die den Besucher je nach Sichtweise in entgegengesetzte Richtungen lenkt. Zeman erschafft mit seinem Deckengemälde einen Illusionsraum, der die reale Begrenzung durch das Tonnengewölbe optisch aufhebt und so dem Betrachter den Blick in unerreichbare Himmelsregionen eröffnet.

Achim Zeman, geboren 1962, lebt und arbeitet in Köln.

 

http://www.achimzeman.de/about.php?language=de

 

 

Sina Heffner - Stand der Dinge   I  16. August  - 27. September 2015

 

Ausgangspunkt für Sina Heffners Arbeiten ist das Tier als Form, als Körper im Raum. Sie analysiert die Natur auf ihre Beschaffenheit in der Oberfläche, Form und Farbe in lebensgroßen Skulpturen, Objekten, Aquarellen und Scherenschnitten.

»Heffner interessieren Materialien, die aus unterschiedlichen Kontexten stammen und gerade nicht die Illusion der dargestellten Tiere unterstreichen, sondern der abbildenden Form ein abstrahierendes Moment entgegensetzen und so die phänomenologische Präsenz der künstlerischen Objekte betonen.

« (Constanze von Marlin) Die Plastiken nehmen den Raum ein und bewegen den Betrachter zur Auseinandersetzung mit Licht, Schatten, Linie und Form.

»Wie spielerisch und verspielt ihre Werke auch erscheinen mögen, sie sind stets das Ergebnis eines genauen Hinschauens,

einer vollständigen Durchdringung ihres Gegenstandes und seiner ebenso reduzierten wie substantiellen Wiedergabe,  die nichts anderes ist als seine Metamorphose hin zu einem Wesentlichen in Gestus und Habitus.«

(Michael Stoeber)

 

Sina Heffner, geboren 1980 in Bielefeld, studierte an der Hochschule für Bildende Kunst in Braunschweig.

Sie lebt und arbeitet in Braunschweg

 

www.sinaheffner.de

 

 

Andrzej Gieraga - Progression   I  19. April  - 31. Mai 2015

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die »Sprache der Geometrie«, die Ausdruckstiefe der Farbe und die grafische Technik der Aquatinta gehören zu

den künstlerischen Positionen, die das Werk Gieragas definieren.Ansatzweise, muss man einschränkend hinzufügen, denn die Poesie des Lichts und die spannungsvolle Dialektik der Farbgegensätze können nur unzulänglich in Worten wiedergegeben werden. Vor allem ist es die ganz ungewöhnliche Komposition aus geometrischen Formen und den gleichsam visuellhaptischen,  organisch anmutenden Papier-Texturen der Reliefs, die Gieragas Werk auszeichnen. Diese Besonderheiten machen ihn zu einem der führenden Vertreter des Konstruktivismus, der Polens Kunst ohnehin in der internationalen Kunstwelt einen besonderen Rang einräumt.

Andrzej Gieraga wurde 1934 in Śliwniki bei Łódź geboren. Er studierte an der Hochschule für Kunst und Design in Łódź und war dort nach seinem Diplom 1971 auch Lehrer.

Seit 1994 wirkte er als Professor und späterer Leiter der Abteilung Malerei und Zeichnung am Polytechnikum in Radom.

In mehr als 70 Einzel- und zahlreichen Gruppenausstellungen in Polen und darüberhinaus wurde sein vielfach ausgezeichnetes Werk gezeigt. Gieraga lebt und arbeitet in Łódź.

Gisela Burkamp

 

In mehr als 70 Einzel- und zahlreichen Gruppenausstellungen in Polen und darüberhinaus wurde sein vielfach ausgezeichnetes Werk gezeigt. Gieraga lebt und arbeitet in xódx.

Gisela Burkamp

 

Michael Dörner - Nichts a l s Risiko   I  22. Februar - 29. März 2015

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Es gibt stets unterschiedliche Arten, Dörners Kunst zu betrachten oder mit ihr umzugehen. Auch einen griffigen, sofort wieder erkennbaren Dörner-Stil sucht man vergebens.Bestimmte einzelne Stilelemente oder Materialien als Markenzeichen auszumachen, wäre vorschnell. Gleichwohl gibt es Dinge, die wiederholt auftreten und einen gewissen Identifikationseffekt erzielen.

Er ist ein Künstler, der die Grenzen zwischen angewandter und freier Kunst genauso auflöst, befragt und neu erstellt,

wie er darauf aufmerksam macht, dass visuelle Wahrnehmung etwas anderes ist als sprachliche Aneignung und Weiterverarbeitung. Das unmittelbar Sichtbare ist bei Dörner stets nur Anker oder Köder, um die Betrachter in ein Spiel mit den Fallen der Wahrnehmung und der scheinbaren Identität der Dinge zu verwickeln. Dörners Objekte sind auf verschiedenen Ebenen erfahr- und interpretierbar. Hängt die Identität der Dinge nicht auch von der Weise ihres Gebrauchs ab?

Im Kunstverein Oerlinghausen wird der Künstler eine Installation aus Gläsern erstellen, die das Risiko des Künstlers als operative Maßnahme ins aktuelle Leben begreift.

Michael Dörner, geboren 1959 in Wiesloch, lebt und arbeitet in Hamburg.

(Textauszüge und Zitate von Ludwig Seyfarth und Gunnar Gerlach)

 

mehr: www.michaeldoerner.de

 

 

 

WEIZENFELD - Hirtenbilder  I   11. Januar - 15. Februar 2015

 

 

WEIZENFELD zeigt in der Synagoge Oerlinghausen den Zyklus »Hirtenbilder« – großformatige Tafelbilder. Figurative Malerei in dem privaten,ja singulären und unnachahmlichen Duktus, der diesem Künstler eigen ist. Statuarisches Objekt ist der »Angstbeißer«, ein Hundemodellmit Wundpflaster verklebt. Ein Patient, kein Hirtenhund.

Diese »Hirtenbilder« sind keine Bucolica, keine Pastoralen, sie illustrieren kein intaktes Arkadien – sie konterkarieren diese Sehnsucht und auch den Psalm 23. Die Protagonisten wandern nicht auf grünen Auen, sondern sind orientierungslos, sie bewegen sich auf dem Parkett der Morbidität und des Aussatzes. So sind die Werke größtenteils auf Krankenhauspatientenstoff angelegt. Der Hirte ist krank vielleicht seiner selbst. Eine falsche oder gefälschte Leitfigur.

Im Stil eines »spätkapitalistischen Expressionismus« (der Künstler) entkleidet WEIZENFELD radikal und tragisch den Hirtenmythos. Keine Behütung, keine biblische Hoffnung, sondern Akteure im Prozess des Verkommens.

Willkommen in der Wüste des Realen. (Ulrich Möller)

WEIZENFELD wurde 1952 als Bernd Weitkamp in Herford geboren, er lebt und arbeitet in Herford.

 

meh > www.weizenfeld-kunst.de

 

 

Roland Wirtz - Interferenzen   I I 2. November - 14. Dezember 2014

 

 

»Roland Wirtz schafft mit einer selbst konstruierten Kamera physische Abbilder von Ereignissen und Orten und erschließt

mit seinen Werken ein Grenzgebiet zwischen Film, Fotografie, Skulptur und Denkmal. Seine Bilder kommen der Natur des Lichtes näher, als wir es bisher zu sehen gewohnt sind. Die reflektierten und emittierten Photonen der Bildmotive prägen ihr Bild direkt auf das Papier des Werks. Kein Negativ, keine digitale Nachbearbeitung, kein zweiter Versuch, keine Kopien.« (Förderverein Berlinische Galerie) » ›immediatus‹ – ›Unmittelbarkeit‹:

Die so entstehenden Bilder machen das Leben in seiner Vielschichtigkeit deutlich, denn die einmaligen Originale haben eine besondere Kraft – sowohl durch ihre bildhafte Erscheinung, d.h. als Präsenz des Wesens eines Ereignisses, als auch durch dessen Schein in der formalisierten Umsetzung. Die Bilder sind keine bloßen fotografischen Dokumente, sondern im Dialog viel mehr.

Im Zeitalter digitaler Medialisierung und technisch unendlicher Möglichkeiten der Reproduzierbarkeit, schaffen die Werke von Roland Wirtz so eine neue Authentizität durch kompromisslose Unmittelbarkeit.« (Martin Schmidt).

Roland Wirtz wurde 1959 in Köln geboren, er lebt und arbeitet in Berlin.

 

mehr: www.immediatus.de

 

 

Ulrich Möckel - Phänomen Baum- Installation   I  24. August - 5. Oktober 2014

 

 

»Der Bildhauer Ulrich Möckel lebt und arbeitet im Wald und mit dem Wald. Seine Skulpturen entstehen aus dem Holz der Bäume seiner unmittelbaren Umgebung. Möckel ist jedoch kein Archaiker, sondern ein visionärer Kuxnstler und genuiner Transformer.

Sein kuxnstlerisches Interesse gilt der Auslotung des Werkstoffes Holz in der Ambivalenz von Natur- und Kunstform und der Verwandlung in andere Aggregatzustände.« (Otto Rothfuss, Margarete Rebmann)

»Das Prozesshafte spiegelt sich in der eigenen kuxnstlerischen Entwicklung. In seinem Schaffen gibt es immer ein Weiter,

ein Mehr, ein Anders. Ulrich Möckel verharrt nicht bei einer Idee, einer Formfindung, einer Gattung, sondern der Form- und Erkenntniswille treibt ihn an, das Phänomen Baum weiter, tiefer gehend zu erkunden, daran und damit zu arbeiten, es ästhetisch

zu erforschen, zu experimentieren, neue Bilder zu finden, um darin Sinn bildhaft zu machen.

Ausgangspunkt ist und bleibt immer der Baum, zu 100 Prozent, aber die Medien, die Technik, die Werkstoffe, die Arbeitsformen differieren.« (Andrea Brockmann)

Ulrich Möckel lebt und arbeitet in Beckum.

 

mehr > ulrichmoeckel.de

 

 

Magdalene Bischinger - Ins Holz geschrieben   I  04. Mai - 15. Juni 2014

 

Für den geschichtsträchtigen Ort der ehemaligen Synagoge plant Magdalene Bischinger eine Rauminstallation, die sich auf die Vergangenheit des Gebäudes und die Gegenwart des Betrachters bezieht: Großformatige Holzschnitte, in denen sie hebräische Schriftzeichen durch Reduktion und Abstraktion in eine neue Bildwirklichkeit transformiert, schaffen einen veränderten Raumeindruck und stellen die alte Drucktechnik in einen neuen medialen Zusammenhang.

Magdalene Bischinger wurde 1936 in Rödinghausen, Kreis Herford, geboren. Nach einer Tischlerlehre im elterlichen Handwerksbetrieb und dem Abschluss als diplom-Innenarchitektin kam sie uxber ein Zweitstudium zur Kunst und war anschließend als Kunstpädagogin in verschiedenen Bereichen tätig. Ihre Schwerpunkte sieht sie in den experimentellen Möglichkeiten der Radierung und des Holzschnitts.

Sie lebt und arbeitet in Bielefeld.

 

mehr > www.magdalene-bischinger.de

 

 

Christiane Möbus - Hut ab - Installation   I  09. März - 13. April 2014

 

 

Dass Christiane Möbus zu den wichtigsten Kuxnstlerinnen der Gegenwart gezählt wird, hat seinen Grund. Ihr Blick auf Menschen, Dinge oder Räume erweitert immer den Blickwinkel der Betrachter, die in den Skulpturen, Installationen, Fotos und Versen diesem besonderen Blick begegnen und darauf ihre eigene Sichtweise uxberdenken muxssen. Die Arbeiten sind lapidar und narrativ zugleich, zuweilen ironisch gebrochen und immer eine intellektuelle Herausforderung. Die formale Konsequenz und die eigenwillige Kombination von Materialien und gefundenen Gegenständen schaffen Bildnisse voller Dichte, ästhetische Schauplätze von Gedanken uxber Zeit, Leben und die Ausdrucksmöglichkeiten von Kunst.

Christiane Möbus, die direkt fuxr den Synagogenraum eine Installation konzipieren wird, wurde 1947 in Celle geboren und studierte unter anderem an der Hochschule fuxr Bildende Kunst in Braunschweig. Ein DAAD-Stipendium ermöglichte ihr einen Aufenthalt in New York, wo sie auch Tanzperformances erarbeitete. Seit 1990 lehrt sie als Professorin an der Universität der Künste in Berlin.

Zahlreich sind ihre Auszeichnungen und Ausstellungen im In- und Ausland.

Christiane Möbus lebt und arbeitet in Hannover, Berlin »und unterwegs«. (Gisela Burkamp)

 

 

Christian HellmichSouvenir  I  12. Januar – 23. Februar 2014

 

 

»Hellmich malt mit der Rasierklinge, so opulent und sinnlich diese Arbeiten auch wirken. In meinen Augen sind seine Bilder vor allem Erkundungen des Nichts, Forschungsreisen in ein Land, das wir nicht bereisen können, weil es nicht existiert, der Versuch einer sorgfältigen Kartierung dessen, was sich nicht kartieren lässt, weil da nichts bzw. ›nicht etwas‹ ist. Das Problem ist, darauf hat schon Parmenides hingewiesen – nichts ist unausfuxhrbar. Hellmich kann nicht nichts malen. Er kann nur nicht malen, was sehr schade wäre.« (Markus Heidingsfelder, Medientheoretiker)

Christian Hellmich, geboren 1977 in Duxsseldorf, lebt und arbeitet in Berlin. Er studierte Malerei in Essen an der Folkwang-Schule. 2012 zeigte die Von der Heydt Kunsthalle, Wuppertal, seine Arbeiten in einer großen Einzelausstellung, die von einem Katalog begleitet wurde.

Für 2014 erhält er die Residency der Bartels Foundation in Basel.

 

 

Elvira Bach Schneewittchen - Schwarz Weiß Rot   I  10. November - 15. Dezember 2013

 

 

Es war gerade die in ihrer Bedeutung in Frage gestellte Malerei, die in den 80er und 90er Jahren des 20. Jahrhunderts

den »Hunger nach Bildern« stillte. Elvira Bach gelang es im farbexplosiven Berlin innerhalb der »wilden« Künstlerszene eine spontan-individuelle, provokante Position einzunehmen. Bis heute sind ihre Frauen (Selbst?)bildnisse subjektive Mitteilungen geblieben, die aber bei aller inhaltlichen wie malerischen Obsession längst als eigenständiger Beitrag zur Kunst unserer Zeit objektive Anerkennung erfahren haben.

Geboren wurde Elvira Bach 1951 in Neuenhain im Taunus. Von 1967 bis 1970 besuchte sie die Glasfachschule

Hadamar. Zwei Jahre später wechselte sie bis 1979 an die Hochschule der Kuxnste in Berlin und studierte bei Hann Trier.

Daneben arbeitete sie an der Schaubuxhne am Halleschen Ufer u.a. als Requisiteurin.

Elvira Bach, die nach einem Artist-inresidence- Aufenthalt in der Dominikanischen Republik wieder in Berlin lebt,

hat ihre Bilder in zahlreichen Einzelausstellungen gezeigt und war in den großen Übersichten uxber die heftige Malerei

der letzten Dekaden des 20. Jahrhunderts vertreten.

 

mehr > www.elvira-bach.de

 

 

Gaby Terhuven - Wechselseitig. Malerei auf Glas  I  8. September - 13. Oktober 2013

 

 

Gaby Terhuvens Malerei auf Glas durchzieht den hellen Raum als ein fließendes Band senkrecht und waagrecht. Jeder

Standpunkt des Betrachters bietet neue Ansichten, bewirkt neue Einsichten. Im wechselseitigen Austausch zwischen

dem Raum der Synagoge, dem gläsernen des Bildes und dem sich im Raum bewegenden Betrachter entfalten sich stets

neue Synthesen von Schatten und Licht, Spiegelungen von Räumen und Farben. Zeit und Materie geraten in Schwingung,

lösen sich auf. Nicht beschreibbare Phänomene werden Bild. Gaby Terhuven wurde 1960 in Oberhausen geboren.

Studium der Malerei an der Fachhochschule fuxr Kunst und Design, Köln. Lebt und arbeitet in Duxsseldorf.

 

mehr > www.gabyterhuven.de

 

 

Petra Ottkowski und Bettina Lüdicke - Lichter Raum   I  I Juni - 21. Juli 2013

 

 

In Petras Ottkowskis Bildern taucht der Betrachter in die Welt tektonischer Formen, möbliert von Würfeln, Kreuzen und stereometrischen Objekten. Dabei bewegen sich die Arbeiten der Rink-Meisterschülerin zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit. Die Künstlerin greift Arbeitsweisen und Strategien der konkreten Kunst auf, arbeitet mit Linien, Flächen und Formen und entwickelt Objekte, die zwischen Architektur und Architekturmodell oszillieren.

Oftmals leuchten sie von innen durch transparente Schichten hindurch und erfahren eine magische Präsenz;

sich überlagernde Licht- und Schattenfelder fächern die vorhandenen Farben subtil weiter auf.

Petra Ottkowski wurde 1967 in Münster geboren. Studium der visuellen Kommunikation an der Fachhochschule Design Münster, Studium der Buchkunst und Malerei an der Hochschule für Grafi k und Buchkunst Leipzig.

 

Beinahe schwerelos artikulieren sich die linearen Skulpturen der Berliner Künstlerin Bettina Lüdicke im Spannungsfeld zwischen Körper und Raum, zwischen Naturhaftem und architektonischer Konstruktion. Sind es Zeichnungen im Raum, durchlässige Körper oder Räume ohne Wände? Lüdicke minimiert Masse und Material, verwindet und verbindet metallene Linien zu Formfindungen von Leichtigkeit und Transparenz. Das Licht bringt Schatten hervor, ein Luftzug erzeugt Vibrationen – so wirken die Skulpturen wie Resonanzkörper für gedankliche und gefühlshafte Durchdringung.

In den aktuellen Wandinstallationen setzt Lüdicke raumgreifend Skulpturen, Farbfl ächen und Quader in einen spannungsreichen Dialog. »Das eine ist, was das andere nicht ist. Der Raum soll schwingen«, formuliert Bettina Lüdicke.

Bettina Lüdicke wurde 1958 in Darmstadt geboren, Designstudium Fachhochschule Coburg, Abteilung Münchberg, Diplom bei Prof. Klaus Schröter, Studium der Textilgestaltung an der Hochschule der Künste bei Prof. Barbara Erdmann.

 

mehr > www.petra-ottkowski.de

 

mehr > www.bettinaluedicke.de

 

 

Zbigniew Szumski -Theaterperspektive   I  14. April - 26. Mai 2013

 

 

[…] Warum nimmt sich ein Maler des Theaters an? Ich riskiere die Vermutung, dass er es gerade wegen der Kenntnis des Werkzeugs tut. Als Maler, der vor dem weißen Viereck seiner Leinwand stand, kannte er seine Grenzen. Er musste die dreidimensionale, raumzeitliche Realität in zwei Dimensionen übertragen. Das könnte für ihn eine unerträgliche Begrenzung gewesen sein. Also tauschte er die Leinwand gegen den Kasten der Bühne, der vom Betrachter durch die Linie der Rampe getrennt wird. Dort ist die Grenze, die Fläche des Spiegels. Aber dessen Reflektion ist nicht die Reflektion der objektiven Realität. Die Reflektionen, das sind die individuellen Erfahrungen der Zuschauer, ihre Biographien, ihre Ängste und die Augenblicke ihrer Befriedigung, ihr Heldentum und ihre Lächerlichkeit, alles, was sie über sich wissen und worüber sie sich nicht im Klaren sind – sie können es sehen im Spiegel der Bühne. Das Bild ist plastisch und vibrierend. Der Spiegel der Rampe ermöglicht eine Betrachtung der Menschen und Phänomene in ihrer Komplexität und Tiefe.

Wenn sich also der Maler des Theatermachens annimmt, dann ist wohl aus dem Impuls heraus, dass, obwohl alle dasselbe sehen, jeder etwas anderes erkennt.

 

Prof. Grzegorz Kowalski

Kunst Akademie in Warschau

 

mehr > www. Teatrcinema.pl

 

Jürgen Brohm - Tagesform  I  20. Januar - 10. März 2013

 

Malerische Sinnlichkeit, Musikalität und thematischer Wechsel charakterisieren die gezeigte Werkgruppe, die sich großformatig als Rauminstallation und kleinformatig in ihren skizzenhaften Studien präsentiert. Während in den Werkgruppen der vergangenen Jahre jeweils ein festes Thema im Zentrum der kraftvollen Malerei stand, wechselt in dieser Ausstellung der »Gegenstand des malerischen Interesses« je nach Tagesform. Architekturdetails, Landschaftsszenerien und andere Zeugen vergänglicher Prozesse sind der Fundus, aus dem Brohm seine Malerei entwickelt.

Jürgen Brohm, geboren 1954, Studium der Kunsterziehung in Bremen, Lehrauftrag für Malerei an der Universität Flensburg, lebt und arbeitet seit 2000 als Maler und Grafiker in Erkerode bei Braunschweig.

 

mehr > www.jbrohm.de

 

Martin Scholz - Endorphin. Neue Bilder   I   I 4. November - 16. Dezember 2012

 

 

Die Bilder von Martin Scholz sind zeichenhaft verdichtete Kompositionen aus Kopf- und Naturformen.

Sie stehen als reduzierte Form fuxr die Anwesenheit des Menschen. Schaffen bildhaft Bezuxge zu elementaren Bereichen – zu Erinnerung, Traum und Denken. Naturfragmente und-strukturen, Sichtbares und Unsichtbares verbinden sich zu neuen Bildern – zu offenen Kopfräumen. So gibt es auch das Licht im Kopf – Endorphin – als kleine Euphorie: Gluxcksgefuxhl, Eingebung, Gedankenblitz, fliessender Strom, der zu Lebensenergie wird. Seit etwa einem Jahr tauchen neben den »Kopfbildern« fast leere Landschafts- und Architekturräume auf – Farbräume einer konzentrierten Stille, eines dichten Lichts.

Martin Scholz wurde 1958 in Wuppertal geboren. Studium der Malerei bei Prof. Inge Dörries-Höher, Fachhochschule Bielefeld, Fachbereich Design, Studium der Malerei bei Professor Hermann Albert, HBK Braunschweig.

Martin Scholz lebt und arbeitet heute in Bünde.

 

mehr > www.mscholz-malerei.de

 

Heather Sheehan - friends, the tall and the small   I  2. September - 7. Oktober 2012

 

 

Der Kunstverein hat für die erste Ausstellung nach der Sommerpause „Freunde“ eingeladen. So nennt Heather Sheehan ihre ungewöhnlichen Plastiken, die zur Diskussion einladen sollen. Gleichgewichtig daneben sind Zeichnungen zu sehen, die durch sensible Farbschichtungen äußere und innere Porträts eines Menschen verbildlichen.

Heather Sheehan stammt aus den Vereinigten Staaten, hat an der New York Academy of Art studiert und wurde von Klaus Honnef, damals Kurator des Rheinischen Landesmuseums in Bonn und in Oerlinghausen bekannt durch seine kundige Einführung in das Werk von Professor Jäger, nach Deutschland geholt. Auch im internationalen Zentrum für Skulptur, im Duisburger Wilhelm-Lehmbruck-Museum, hat Sheehan ihre Arbeiten bereits gezeigt.

Heather Seehan lebt, lehrt und arbeitet heute in Köln.